Wissenswertes über Tabakpfeifen aus Bruyère

Die Bruyère-Wurzel ist seit langem das beste Material für den Genuss von Tabak mittels einer Pfeife. Die Baumheide, welche im Mittelmeerraum wächst, lässt sich nicht kultivieren und die Ernte der Wurzelknolle ist ein mühseliges Geschäft. Hinzu kommt, dass die Pflanze mindestens 25 Jahre, besser noch älter, sein sollte.
Nachdem die Wurzelknolle in Kupferkesseln gekocht wurde (zur Reinigung und abtöten von Ungeziefer), wird die Wurzelknolle in Holzstücke (Èbauchons) geschnitten. Nun sollte eine mindestens zweijährige Lagerung unter optimalen Bedingungen erfolgen.
Durch diesen Aufwand ist das relativ kleine Stück Holz bereits vor der weiteren Verarbeitung zu einen Pfeifenkopf zu einem Kostenfaktor geworden. Ich spreche von hochwertigen Tabakpfeifen.

Natürlich kann man auch jüngeres Holz nehmen oder auch auf eine gute Trocknung verzichten und selbstverständlich wirkt sich das auf den Preis aus. Aber wie viel Kitt verarbeitet wurde oder anderweitige Kaschiermaßnahmen stattfanden sagt Ihnen niemand. Natürlich kann man auch preisgünstig kaufen, es gibt Hersteller die stellen Modelle an hochmodernen Maschinen her. Sie haben dann eine relativ schöne Pfeife und mit Ihnen Zehntausend andere.

Ich will Pfeifenraucher und Liebhaber von Tabakpfeifen ansprechen die sich Modelle erwerben. In dem Bewusstsein und Freude, etwas Besonderes zu haben. Ich denke, dieses Gefühl beim Betrachten einer Pfeifensammlung und/oder beim Zünden einer Tabakpfeife im entsprechende Kreise und Atmosphäre ist schon ein besonderes.


Die Wurzel der Baumheide ist ein Stück Natur, welches an den wettergegerbten Küsten des Mittelmeerraumes heranwächst. Jedes Stück ist individuell gezeichnet und auf seine weise interessant. Im Laufe der Jahre hat die Pflanze natürlich mit allerlei äußeren Einflüssen zu kämpfen. Dies sieht man der Wurzelknolle auch an; da können Sandkörner einwachsen, Ungeziefer ihr Unwesen treiben oder Waldbrände ihre Narben hinterlassen.

Der Wert einer Unikat-Tabakpfeife wird von vielen Faktoren bestimmt:

  • Wie ist dem Pfeifenkünstler -oder Handwerker gelungen, im Dialog mit der Wurzel, seiner Idee Gestalt zu geben?
  • Wie handwerklich sauber ist die Ausführung (Oberfläche, Symmetrie)?
  • Stimmt die Harmonie der Pfeife in ihrer Gesamtheit?
  • Ist die Funktionalität gegeben und sauber ausgeführt?
  • Wie kommt die Maserung zur Geltung?
  • Wie sauber ist die Holzoberfläche von Einschlüssen und Holzfehlern?

Das sind einige Kriterien, nach der eine Pfeife geschätzt werden kann. Basis könnte die Arbeitszeit und Materialkosten sein. Mit der Arbeitszeit ist das in Deutschland so eine Sache. Stundensätze der produzierenden Industrie können hier natürlich keine Rolle spielen. Die Vielzahl der Arbeitsschritte und die Intensität der mit den Händen erbrachten Leistung sind gemeinsam mit dem Rohstoff die Faktoren der Preisgestaltung.


Wenn jemand die Herstellung der Tabakpfeifen Schritt für Schritt selbst erarbeitet, so wie ich es getan habe, dann kann man den Stolz auf die Leistung, die so gut ist, dass sie einem Vergleich stand hält, nicht in eine Zahl fassen.

Bei einer großen Anzahl meiner Pfeifen habe ich die Tabakbohrung bei einer Mindeststärke des Bodens enden lassen und die Verbindung zur Zugbohrung im Holm verbohrt. Somit ist das Zugloch relativ mittig am Boden der Tabakkammer und die Zugqualität ist optimal. Bei den Pfeifen die so gearbeitet wurden, erfolgt ein Vermerk bei der Kurzbeschreibung.

Die Oberfläche der Pfeifenköpfe habe ich stets glatt ausgeführt um die Individualität des Wurzelholzes wirken zu lassen. Dieser Ansatz bei der Herstellung hat zur Folge, dass kleinere Einschlüsse oder Fehler, so sie vorhanden sind, kaum ausgemerzt werden können. Hierfür erfolgt aber ein Vermerk über Anzahl und Ort kleinerer Makel in der Kurzbeschreibung.

Einige Tabakpfeifen wurden gebeizt um bestimmte Holzzeichnungen hervorzuheben. Alle Stücke sind aber abschließend poliert und mit Carnaubawachs zum Hochglanz gebracht.


Die Bogenbohrung
Standart: gerader Rauchkanal


Zum vergrößern anklicken.
Der Rauchkanal zur Tabakkammer endet in einem spitzen Winkel. Nach mehrmaligem Gebrauch brennt der Schwachpunkt im Laufe der Zeit weg. Dadurch kann der Tabak nicht restlos bis zum Boden abgebrannt werden oder andere Schäden entstehen. Da der Weg des Rauches durch den Rauchkanal relativ kurz ist, kommt dieser noch recht warm im Mund an.


Die Bogenbohrung
Standart: gebogener Rauchkanal


Zum vergrößern anklicken.
Im Gegensatz zu Pfeifen mit geradem Rauchkanal, bilden Pfeifen mit Bogenbohrung keine Schwachstellen an der Mündung des Rauchkanales zur Tabakkammer. Der Weg des Rauches im Rauchkanal ist länger. Somit wird mehr Kondensat vom Holz aufgenommen und der Rauch wird kühler. Der Schwerpunkt von Pfeifen mit Bogenbohrung ist näher am Mundstückbiss. Dadurch entsteht eine geringere Hebelwirkung und es ist weniger anstrengend, die Pfeife zwischen den Zähnen zu halten.